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Relaunch oder Neubau: wann sich was lohnt

Relaunch oder Neubau: wann sich was lohnt

Deine Webseite ist einige Jahre alt. Das Design wirkt nicht mehr zeitgemäß, auf dem Smartphone funktioniert sie nur halbherzig, und die Ladezeit lässt zu wünschen übrig. Irgendwann stellt sich die Frage: auffrischen oder von vorn anfangen?

Beides hat seine Berechtigung, aber die falsche Entscheidung kostet Geld und Zeit. In diesem Artikel erkläre ich, wann ein Relaunch ausreicht und wann du besser komplett neu startest.

Was ist der Unterschied?

Beim Relaunch behältst du die bestehende Basis (WordPress-Installation, Hosting, Domain, oft auch das Theme) und überarbeitest Design, Inhalte und Technik. Das ist wie eine Renovierung: neue Fassade, frischer Anstrich, vielleicht ein neues Bad, aber das Haus bleibt stehen. Das CMS bleibt dasselbe, nur das Erscheinungsbild und die Feinheiten ändern sich.

Beim Neubau (Rebuild) startest du komplett frisch: neues Theme, neue Struktur, neuer Code, unter Umständen sogar ein neues CMS oder eine völlig andere Architektur. Die bestehenden Inhalte wie Texte und Bilder werden übernommen, alles andere ist neu. Das entspricht einem Abriss mit anschließendem Neubau.

7 Zeichen, dass deine Webseite dran ist

Bevor es um Relaunch oder Neubau geht, hier die Warnsignale, dass überhaupt etwas geschehen sollte.

  1. Deine Webseite ist nicht mobilfähig. Mehr als die Hälfte aller Webseitenaufrufe kommen heute vom Smartphone (laut StatCounter je nach Quartal und Messmethode rund 52 bis 64 Prozent weltweit, in vielen westlichen Märkten näher an der Hälfte). Wenn deine Seite am Handy schlecht aussieht oder schwer bedienbar ist, verlierst du einen großen Teil deiner Besucher. Google indexiert zudem primär die mobile Version und stuft mobil-unfreundliche Seiten schlechter ein.
  2. Die Ladezeit ist zu hoch. Teste sie auf PageSpeed Insights (pagespeed.web.dev). Googles Schwelle für eine gute Nutzererfahrung liegt beim Largest Contentful Paint bei unter 2,5 Sekunden. Je länger eine Seite lädt, desto mehr Besucher springen ab, gerade am Smartphone. Alles jenseits von etwa drei Sekunden kostet dich messbar Anfragen, bevor jemand überhaupt dein Angebot sieht.
  3. Das Design wirkt veraltet. Webdesign-Trends ändern sich. Was 2019 modern war, wirkt 2026 alt. Wenn deine Seite aussieht wie aus einer anderen Zeit, überträgt sich dieser Eindruck auf dein Unternehmen.
  4. Deine Google-Rankings sinken. Rankings fallen, Traffic geht zurück. Vielleicht hat sich der Algorithmus geändert, vielleicht ist die Technik veraltet. Beides ist ein Grund zu handeln.
  5. Die Inhalte stimmen nicht mehr. Alte Leistungen, falsche Preise, ehemalige Mitarbeiter auf der Team-Seite. Wenn du deine eigene Webseite niemandem mehr zeigen möchtest, ist es Zeit.
  6. Du kannst nichts selbst ändern. Wenn jede kleine Textänderung einen Entwickler erfordert, weil das System zu komplex ist, stimmt etwas an der Basis nicht.
  7. Es gibt Sicherheitsprobleme. Veraltetes WordPress, Plugins ohne Updates seit Jahren, vielleicht schon einmal gehackt. Das ist nicht nur ein technisches, sondern auch ein rechtliches Problem (DSGVO).

Wann ein Relaunch ausreicht

Ein Relaunch ist die richtige Wahl, wenn die Grundlagen stimmen:

  • Die technische Basis ist gesund: WordPress ist aktuell, das Hosting passt, die Grundstruktur ist sauber.
  • Das Theme ist anpassbar: ein sauberes Theme, das sich überarbeiten lässt, und keines, das komplett von einem Pagebuilder wie Elementor oder Divi abhängt.
  • Die Seitenstruktur passt: Unterseiten und Navigation sind sinnvoll aufgebaut, du brauchst keine komplett neue Informationsarchitektur.
  • Du rankst bereits gut: Wenn deine Rankings stehen, solltest du URLs und Struktur nicht ohne Grund ändern. Ein Relaunch kann sie erhalten.

Konkret passiert dabei: neues Design (Farben, Schriften, Layout), überarbeitete und aktualisierte Inhalte, Performance-Optimierung, bessere mobile Darstellung und gezielte SEO-Anpassungen.

Typische Kosten liegen bei 1.500 bis 3.500 Euro netto (Freelancer, je nach Umfang), der Zeitrahmen bei zwei bis vier Wochen.

Wann ein Neubau sinnvoller ist

Ein Neubau ist die bessere Wahl, wenn:

  • Die Technik veraltet ist: sehr altes WordPress, eine nicht mehr unterstützte PHP-Version, ein Theme, das nicht mehr gewartet wird.
  • Eine Pagebuilder-Abhängigkeit besteht: Deine Seite hängt an Elementor, Divi oder WPBakery und der Code ist aufgebläht. Renovieren ist hier oft teurer als ein Neubau.
  • Komplett neue Anforderungen vorliegen: Du brauchst jetzt einen Shop, ein Buchungssystem oder eine ganz andere Seitenstruktur, die das alte System nicht hergibt.
  • Sicherheitsprobleme bestehen: Wenn die Seite gehackt wurde oder gravierende Lücken hat, ist ein sauberer Neubau oft sicherer als Flickwerk.
  • Die Seite von Anfang an schlecht gebaut war: ein zugekauftes Template, dreißig Plugins, chaotische Struktur. Das zu reparieren kostet mehr, als es neu zu machen.

Konkret passiert dabei: eine neue WordPress-Installation (oder ein neues CMS bzw. eine neue Architektur), ein neues Custom Theme von Grund auf, die Migration und Überarbeitung der Inhalte, eine neue Seitenstruktur, 301-Weiterleitungen von alten auf neue URLs und Performance-Optimierung von Anfang an.

Typische Kosten liegen bei 2.500 bis 5.000 Euro netto (Freelancer, je nach Umfang), der Zeitrahmen bei drei bis sechs Wochen.

Kostenvergleich: die ehrliche Rechnung

Viele gehen davon aus, ein Relaunch sei immer günstiger. Das stimmt oft, aber nicht immer. Drei typische Szenarien:

Saubere WordPress-Seite mit gutem Theme. Relaunch für rund 2.000 Euro netto. Sinnvoll, du sparst Geld und behältst deine Rankings.

Pagebuilder-Seite mit 25 Plugins. Ein Relaunch käme auf etwa 2.500 Euro netto, die Performance bliebe aber suboptimal. Ein Neubau kostet rund 3.000 Euro netto und bringt eine saubere Basis. Hier lohnt sich der Neubau, weil du die Altlasten wirklich loswirst.

Acht Jahre alte Seite, veraltetes PHP, Theme eingestellt. Ein Relaunch ist technisch nicht sinnvoll. Der Neubau für rund 3.500 Euro netto ist die einzige realistische Option.

Anders gesagt: Je mehr Altlasten in der Substanz stecken, desto schneller wird der vermeintlich teurere Neubau zur günstigeren Entscheidung.

Quick-Check vor der Entscheidung

Diese sechs Punkte kannst du in wenigen Minuten selbst prüfen:

  • Ladezeit: auf pagespeed.web.dev testen. Ein Mobile-Score unter 50 ist problematisch.
  • Theme: Wird es noch aktiv gewartet? Letztes Update vor über zwölf Monaten ist ein schlechtes Zeichen.
  • Plugins: Mehr als 15 aktive Plugins? Sind welche dabei, die seit über einem Jahr kein Update bekommen haben? Beides ist ein Risiko.
  • WordPress-Version: Aktuell ist WordPress 7.0 (Mai 2026). Liegt deine Installation mehrere Hauptversionen zurück (etwa unter 6.0), solltest du handeln.
  • PHP-Version: Unter 8.2 ist ein Sicherheitsrisiko. PHP 8.1 und älter erhalten seit Ende 2025 keine Sicherheitsupdates mehr, empfohlen sind 8.3 oder neuer. (WordPress 7.0 setzt mindestens PHP 7.4 voraus, läuft aber deutlich besser auf 8.2 oder 8.3.)
  • Mobile Darstellung: Öffne deine Seite am Smartphone. Funktioniert alles? Ist der Text lesbar, sind die Buttons gut klickbar?

Fallen drei oder mehr Punkte negativ aus, tendiert die Empfehlung klar zum Neubau.

SEO bei Relaunch und Neubau: das vergessen die meisten

Egal ob Relaunch oder Neubau, das Thema SEO muss von Anfang an mitgedacht werden. Sonst verschenkst du genau die Sichtbarkeit, für die du jahrelang gearbeitet hast.

Am wichtigsten sind die 301-Weiterleitungen: Wenn sich URLs ändern, müssen die alten dauerhaft auf die neuen verweisen. Fehlen diese Weiterleitungen, brechen deine Rankings weg. Bei jeder Migration ist das der kritischste Punkt. Dazu gehört, die bestehende Seitenstruktur zu dokumentieren (welche Seiten gibt es, welche ranken gut?) und nach dem Launch in der Google Search Console zu prüfen, ob alles sauber indexiert wird.

Ich habe Fälle erlebt, in denen Unternehmen durch einen unsauberen Relaunch einen Großteil ihres Google-Traffics verloren haben, einfach weil niemand an die Weiterleitungen gedacht hat. Genau deshalb wird bei mir die neue Seite parallel auf einer Staging-Umgebung gebaut und erst umgeschaltet, wenn alles fertig und getestet ist. Deine bestehende Seite läuft die ganze Zeit weiter, der eigentliche Wechsel dauert nur Minuten. Spürbare Ausfallzeit gibt es keine.

Auch deine Inhalte gehen nicht verloren: Texte und Bilder werden migriert und bei einem Neubau in die neue Struktur eingepflegt. Das ist gleichzeitig ein guter Anlass, veraltete Texte zu überarbeiten und alte Bilder auszutauschen. Ein kurzes Schwanken der Rankings in den ersten Wochen nach dem Launch ist übrigens normal und erholt sich schnell, solange die Weiterleitungen sitzen.

Wie ich das sehe

Ich mache beides, Relaunch und Neubau, und was ich empfehle, hängt immer vom Zustand der bestehenden Seite ab.

Meine ehrliche Einschätzung: Bei den meisten Webseiten, die älter als fünf Jahre sind und mit Pagebuildern gebaut wurden, ist ein Neubau langfristig günstiger. Du investierst einmal sauber und hast dann eine Basis, die wieder fünf bis acht Jahre trägt. Bei jüngeren Seiten mit guter Technik reicht dagegen oft ein Relaunch.

Ich schaue mir deine aktuelle Seite gern an und sage dir ehrlich, was sich lohnt. Schreib mir, dann klären wir das in einem kurzen Gespräch.

Was du dir damit ersparst

  • Geld zu verbrennen an einem Relaunch, der die eigentlichen Probleme nicht löst
  • SEO-Verluste durch fehlende Weiterleitungen und unsaubere Migration
  • in zwei Jahren noch einmal zu zahlen, weil die Basis von Anfang an nicht gestimmt hat
  • endlose Entscheidungsschleifen, statt dir einmal eine ehrliche Einschätzung zu holen
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