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WordPress 7.0 „Armstrong“: Was das Update für Ihre Website bedeutet

WordPress 7.0 „Armstrong“: Was das Update für Ihre Website bedeutet

Heute ist WordPress 7.0 erschienen. Wie bei jeder größeren Version trägt auch diese den Namen eines Musikers – diesmal Jazz-Legende Louis Armstrong. Es ist das Update, das WordPress auf KI ausrichtet: Zum ersten Mal ist künstliche Intelligenz fest im Kern des Systems verankert, dazu kommt ein vollständig überarbeitetes Dashboard.

Hier die wichtigsten Neuerungen – verständlich erklärt und eingeordnet, was sie konkret für Ihre Website bedeuten.

Der Überblick

WordPress 7.0 verfolgt zwei große Linien: Es legt das Fundament für KI-Funktionen direkt in WordPress, und es modernisiert die Oberfläche, mit der Sie Ihre Inhalte verwalten. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Verbesserungen beim Gestalten von Seiten sowie neue Werkzeuge für Entwicklerinnen und Entwickler. Geleitet wurde die Version von Matias Ventura, einem der zentralen Köpfe der WordPress-Entwicklung.

Eine Anmerkung zur Einordnung, falls Sie es anderswo anders gelesen haben: Ursprünglich war das gemeinsame Echtzeit-Bearbeiten von Inhalten (ähnlich wie in Google Docs) als Hauptfunktion geplant. Es wurde kurz vor dem Release wieder herausgenommen, weil es noch nicht stabil genug war, und ist auf eine spätere Version verschoben. Geblieben ist die Möglichkeit, Notizen auf Blockebene zu hinterlassen. Die eigentliche Schlagzeile von 7.0 ist damit die KI-Integration.

KI kommt direkt in WordPress

Das ist die größte Neuerung dieser Version. WordPress kann nun von Haus aus mit generativen KI-Modellen kommunizieren. Dafür gibt es zwei Bausteine:

Ein neuer KI-Client im Kern stellt die Verbindung zu KI-Modellen her. Verwaltet werden diese Verbindungen zentral an einer Stelle im Dashboard, dem sogenannten Connectors-Bereich (unter „Einstellungen → Connectors“). Drei Anbieter sind dort von Haus aus hinterlegt: OpenAI (ChatGPT), Anthropic (Claude) und Google (Gemini). Sie tragen einmal Ihren Zugangsschlüssel ein, danach können alle passenden Plugins diese Verbindung mitnutzen. Eigene Anbieter lassen sich ebenfalls hinzufügen.

Zusätzlich lässt sich ein eigenes Plugin namens „AI Experiments“ installieren, das konkrete Funktionen freischaltet. Damit können Sie unter anderem Bilder erzeugen und bearbeiten, automatisch Titel oder Textauszüge erstellen lassen oder Vorschläge für Alternativtexte zu Bildern bekommen. Der Name ist Programm: Es handelt sich um bewusst frühe, einzeln aktivierbare Funktionen, nicht um einen fertig ausgereiften Funktionsblock.

Gerade der Alternativtext ist in der Praxis wertvoll: Gute Alternativtexte verbessern die Barrierefreiheit Ihrer Website und wirken sich positiv auf die Auffindbarkeit bei Google aus. Eine Aufgabe, die im Alltag oft liegen bleibt, lässt sich so deutlich leichter erledigen.

Wichtig zur Einordnung: KI ist in WordPress 7.0 eine Möglichkeit, kein Zwang. Wenn Sie keine Verbindung einrichten und kein KI-Plugin aktivieren, verhält sich Ihre Seite genau wie vorher.

Ein neues, aufgeräumtes Dashboard

Die Verwaltungsoberfläche wurde grundlegend überarbeitet – mit einem moderneren Farbschema und ruhigeren, sauberen Übergängen zwischen den einzelnen Bereichen. Das Arbeiten im Backend fühlt sich dadurch flüssiger an.

Drei Neuerungen stechen heraus:

Befehlspalette per Tastenkürzel: Mit ⌘K (Mac) beziehungsweise Strg+K (Windows/Linux) öffnen Sie von überall im Dashboard eine Suchleiste und springen direkt zu den Werkzeugen, die Sie häufig brauchen.

Zentrale Schriftverwaltung: Es gibt eine eigene Seite, auf der Sie Schriftarten installieren, hochladen und verwalten – unabhängig vom verwendeten Theme. Das funktioniert sowohl für moderne Block-Themes als auch für klassische und hybride Themes.

Übersichtlicher Versionsverlauf: Frühere Stände eines Beitrags oder einer Seite lassen sich jetzt visuell durchblättern. Markierungen zeigen auf einen Blick, was sich geändert hat, und die gewünschte Version stellen Sie mit einem Klick wieder her – eine versehentlich gelöschte Passage ist so in Sekunden zurückgeholt.

Außerdem werden hochgeladene Bilder nun direkt im Browser verarbeitet statt auf dem Server. Das entlastet Ihr Hosting und unterstützt moderne Bildformate.

Mehr Kontrolle beim Gestalten

Im Editor gibt es eine ganze Reihe neuer Werkzeuge, mit denen sich Inhalte präziser und ansprechender gestalten lassen.

Zwei Blöcke sind komplett neu im WordPress-Kern – sie ersetzen Funktionen, für die man bisher Zusatz-Plugins brauchte:

  • Breadcrumbs-Block für eine klare „Sie befinden sich hier“-Navigation
  • Icon-Block für kleine grafische Akzente

Zwei bestehende Blöcke haben neue Funktionen bekommen:

  • der Galerie-Block kann Bilder jetzt als Lightbox-Slideshow im Vordergrund öffnen
  • der Überschriften-Block erlaubt saubereres, kontrollierteres Markup

Dazu kommen verbesserte Responsive-Einstellungen: Einzelne Blöcke lassen sich gezielt nur auf bestimmten Geräten ein- oder ausblenden, Stile können je Bildschirmgröße angepasst werden, und Sie können sogar selbst festlegen, ab welcher Breite diese Anpassungen greifen. Das macht Websites auf Smartphone, Tablet und Desktop nutzerfreundlicher.

Das Menü-Overlay (das aufklappende Menü, vor allem mobil) lässt sich nun frei aus Blöcken und Vorlagen aufbauen – mit Spalten, eigener Typografie und einem eigenen Schließen-Button.

Vorlagen (Patterns) verhalten sich auf Wunsch wie eine zusammenhängende Einheit und lassen sich bei Bedarf einzeln lösen, um sie unabhängig zu bearbeiten. Und für den Feinschliff können Sie eigenes CSS direkt auf Block-Ebene im Beitrag oder auf der Seite hinterlegen.

Für technisch Interessierte: Neues für Entwickler

Dieser Abschnitt richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler; wer seine Seite nicht selbst programmiert, kann ihn überspringen.

Auch unter der Haube hat sich einiges getan. Blöcke und Vorlagen lassen sich jetzt serverseitig allein mit PHP erstellen und werden automatisch über die Block-API registriert. Der Site-Editor ist erweiterbarer geworden und unterstützt Routing samt Validierung; ein neues wordpress/boot-Paket erlaubt es Plugins, eigene Site-Editor-Seiten zu bauen. Ergänzend zur serverseitigen Abilities-API gibt es nun ein clientseitiges Gegenstück in JavaScript – inklusive eigener Oberfläche und Befehlspalette.

Die Community dahinter

WordPress bleibt ein Gemeinschaftsprojekt. An Version 7.0 haben über 900 Personen aus aller Welt mitgewirkt, darunter mehr als 279 Erstbeitragende. Zusammen wurden über 420 Verbesserungen und Fehlerbehebungen umgesetzt. Mehr als 70 Sprachen sind bereits vollständig übersetzt, und über 21 Hosting-Anbieter haben Vorabversionen getestet, um einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen.

Sollten Sie jetzt aktualisieren?

Bei einem großen Versionssprung wie 7.0 lohnt sich ein überlegtes Vorgehen statt eines vorschnellen Klicks auf „Aktualisieren“. Empfehlenswert ist:

  • vorab ein vollständiges Backup von Website und Datenbank anlegen,
  • die PHP-Version prüfen: WordPress 7.0 setzt mindestens PHP 7.4 voraus, empfohlen sind 8.2 oder 8.3. Ihre aktuelle Version finden Sie unter „Werkzeuge → Zustand der Website“,
  • das Update zunächst auf einer Testumgebung prüfen,
  • die Kompatibilität von Theme und Plugins mit WordPress 7.0 kontrollieren.

Ein besonderes Augenmerk gilt den Übersichtsseiten für Beiträge, Seiten und Medien: Diese wurden technisch neu aufgebaut. Wenn Sie dort stark angepasste Ansichten oder spezielle Plugins nutzen, lohnt vor dem Update ein kurzer Test.

So stellen Sie sicher, dass alles wie gewohnt funktioniert, bevor die Änderungen live gehen. Wenn Sie unsicher sind oder das Update lieber in fachkundige Hände geben möchten, unterstütze ich Sie gerne dabei.


Quelle: Offizielle Ankündigung auf wordpress.org/news. Eine vollständige Übersicht aller Neuerungen finden Sie in den Release Notes zu WordPress 7.0. Bild: WordPress.com

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