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8. April 2026 Content Creation, News, Web Design Lesezeit: ~7 Min

Webseite selbst pflegen mit WordPress

Webseite selber pflegen mit WordPress

Deine Webseite ist online. Sieht gut aus, funktioniert einwandfrei. Und jetzt? Jedes Mal den Webdesigner anrufen, nur weil du ein Wort ändern willst? Nein.

WordPress ist so gebaut, dass du deine Inhalte selbst pflegen kannst. Du musst kein Programmierer sein. Wenn du ein Word-Dokument schreiben kannst, kannst du auch WordPress bedienen. In diesem Leitfaden zeige ich dir alles, was du dafür wissen musst.

Ins Dashboard einloggen

Deine WordPress-Seite hat ein Backend — das Dashboard. Dorthin gelangst du, indem du an deine Domain /wp-admin anhängst.

Beispiel: www.deine-seite.at/wp-admin

Dort meldest du dich mit deinem Benutzernamen und Passwort an. Falls du die Zugangsdaten nicht hast, frag deinen Webdesigner. Und bitte: Verwende ein sicheres Passwort. „Firma123“ ist kein Passwort.

Kurz zum Hintergrund — Benutzerrollen in WordPress: WordPress kennt verschiedene Benutzerrollen mit unterschiedlichen Rechten. Die wichtigsten:

  • Administrator: Vollzugriff auf alles — Inhalte, Design, Plugins, Einstellungen. Das bist du als Seiteninhaber.
  • Redakteur (Editor): Kann alle Beiträge und Seiten bearbeiten und veröffentlichen — auch die von anderen Nutzern.
  • Autor (Author): Kann eigene Beiträge erstellen und veröffentlichen, aber keine fremden Inhalte bearbeiten.

Für die alltägliche Inhaltspflege reichen die Rechte eines Redakteurs völlig aus. Den Administrator-Zugang solltest du nur für technische Änderungen nutzen.

Texte ändern — so einfach ist es

Im Dashboard siehst du links ein Menü. Die zwei wichtigsten Punkte:

  • Seiten: Für statische Inhalte wie „Über uns“, „Leistungen“, „Kontakt“
  • Beiträge: Für Blog-Artikel und Neuigkeiten

So änderst du einen Text:

  1. Klick auf „Seiten“ (oder „Beiträge“)
  2. Such die Seite, die du bearbeiten möchtest
  3. Klick auf den Titel
  4. Du siehst den Block-Editor (Gutenberg) — klick einfach auf den Text, den du ändern möchtest
  5. Nimm deine Änderungen vor
  6. Klick oben rechts auf „Aktualisieren“

Fertig. Deine Änderung ist sofort live.

Der WordPress Block-Editor (Gutenberg) ist der integrierte Standard-Editor von WordPress. Er funktioniert nach dem Baukasten-Prinzip: Jeder Absatz, jedes Bild und jede Liste ist ein eigener „Block“, den du unabhängig bearbeiten kannst.

Tipp: Wenn du dir unsicher bist, klick statt „Aktualisieren“ auf „Entwurf speichern“ (falls verfügbar). Dann kannst du die Vorschau prüfen, bevor die Änderung online geht.

Bilder einfügen und tauschen

Bilder sind wichtig, aber sie sind auch der häufigste Grund für langsame Webseiten. Deshalb ein paar Regeln:

Bilder vorbereiten, bevor du sie hochlädst:

  • Größe: Maximal 1920 Pixel breit. Dein 6000 x 4000 Pixel großes Foto von der Kamera muss nicht in Originalgröße auf die Webseite. Verkleinere es vorher.
  • Format: JPG für Fotos, PNG nur wenn du Transparenz benötigst. Moderne Browser unterstützen auch WebP — wenn dein Theme dieses Format unterstützt, umso besser. WebP bietet bei gleicher Qualität deutlich kleinere Dateigrößen.
  • Dateigröße: Unter 200 KB pro Bild ist ideal. Über 1 MB ist zu viel. Tools wie TinyPNG (online, kostenlos) komprimieren Bilder ohne sichtbaren Qualitätsverlust.
  • Dateiname: „team-foto-buero.jpg“ statt „IMG_20260315_143022.jpg“. Google liest Dateinamen, und das hilft bei der Bildersuche.

Bild im Editor einfügen:

  1. Klick im Editor auf das Plus-Symbol (Block einfügen)
  2. Wähle „Bild“
  3. Lade dein vorbereitetes Bild hoch oder wähle eines aus der Mediathek
  4. Trag einen Alt-Text ein (eine kurze Beschreibung dessen, was auf dem Bild zu sehen ist — wichtig für Barrierefreiheit und SEO)

Bestehendes Bild tauschen:

  1. Klick auf das Bild im Editor
  2. In der Werkzeugleiste erscheint „Ersetzen“
  3. Lade das neue Bild hoch
  4. Klick auf „Aktualisieren“

Neue Seite erstellen

Manchmal brauchst du eine neue Unterseite. Vielleicht für ein neues Angebot, eine neue Leistung oder einen Blogbeitrag.

Neue Seite:

  1. Dashboard > Seiten > Erstellen
  2. Titel eingeben
  3. Inhalt schreiben (mit Blöcken: Text, Bilder, Listen usw.)
  4. Rechts den Permalink (URL-Slug) prüfen — kurz und beschreibend, z. B. „neue-leistung“
  5. Veröffentlichen

Neuer Blogbeitrag:

  1. Dashboard > Beiträge > Erstellen
  2. Titel eingeben
  3. Kategorie zuweisen (rechte Seite)
  4. Inhalt schreiben
  5. Optional: Beitragsbild setzen (rechte Seite, ganz unten)
  6. Veröffentlichen

Tipp: Dein Webdesigner hat das Menü vermutlich bereits eingerichtet. Wenn die neue Seite dort erscheinen soll, navigiere zu Design > Menüs und füge sie hinzu. Oder frag kurz nach — das ist eine Sache von 2 Minuten.

Updates durchführen — warum das wichtig ist

WordPress zeigt dir im Dashboard an, wenn Updates verfügbar sind. Das betrifft drei Bereiche:

  • WordPress selbst: Die Kernsoftware. Große Updates (z. B. 6.5 auf 6.6) solltest du am besten vom Profi durchführen lassen. Kleine Updates (6.5.1 auf 6.5.2) sind Sicherheits-Patches — die solltest du zeitnah installieren.
  • Plugins: Zusatzfunktionen wie Kontaktformular, SEO-Plugin und ähnliches.
  • Theme: Dein Design-Template.

So führst du Updates durch:

  1. Dashboard > Aktualisierungen
  2. Du siehst, was aktualisiert werden kann
  3. Erstelle zuerst ein Backup (siehe nächster Abschnitt)
  4. Klick auf „Alle aktualisieren“ bei den Plugins
  5. Prüfe danach, ob deine Seite noch einwandfrei funktioniert

Goldene Regel: Führe Updates nicht am Freitagabend durch. Wenn etwas schiefgeht, möchtest du am nächsten Werktag reagieren können.

Wie oft: Einmal im Monat nachsehen reicht für die meisten Webseiten. Sicherheits-Updates solltest du allerdings zeitnah installieren — WordPress sendet dir eine E-Mail, wenn es kritisch wird.

Backups — dein Sicherheitsnetz

Bevor du Updates durchführst oder größere Änderungen vornimmst, brauchst du ein Backup. Damit kannst du im Notfall alles wiederherstellen.

Einfachste Lösung: Ein Backup-Plugin wie UpdraftPlus (kostenlos). Einmal einrichten, danach sichert es automatisch:

  1. Plugin installieren und aktivieren
  2. Unter Einstellungen > UpdraftPlus Backups > Zeitplan einstellen (z. B. wöchentlich)
  3. Speicherort wählen (Google Drive, Dropbox oder E-Mail)
  4. Fertig — läuft automatisch

Manuelles Backup vor Updates:

  1. UpdraftPlus öffnen
  2. „Jetzt sichern“ klicken
  3. Warten, bis der Vorgang abgeschlossen ist
  4. Dann erst die Updates durchführen

Wenn dein Hosting-Anbieter tägliche Backups erstellt (viele tun das), hast du ein zusätzliches Sicherheitsnetz.

Die 5 häufigsten Fehler

1. Bilder in Originalgröße hochladen Ein 5 MB großes Foto von der Kamera macht deine Seite langsam. Immer vorher verkleinern und komprimieren. Zielgröße: unter 200 KB.

2. Nie Updates durchführen Veraltete Plugins sind Sicherheitslücken. Einmal im Monat updaten.

3. Zu viele Plugins installieren Jedes Plugin ist ein potenzielles Sicherheitsrisiko und macht deine Seite langsamer. Frag dich: Brauch ich das wirklich?

4. Kein Backup vor Änderungen Einmal falsch geklickt und die Seite ist nicht mehr erreichbar. Mit Backup: 5 Minuten bis zur Wiederherstellung. Ohne Backup: Panik.

5. Passwort „admin/admin“ Ernsthaft — das kommt noch vor. Verwende ein sicheres Passwort und aktiviere Zwei-Faktor-Authentifizierung, wenn möglich.

Wie ich das sehe

Ich übergebe jede Webseite mit einer kurzen Einschulung. 30 Minuten per Video-Call, und meine Kunden können danach ihre Inhalte selbständig pflegen. Mein Ziel ist immer: Du sollst unabhängig sein.

Natürlich bin ich da, wenn es technische Fragen gibt oder ein größeres Update ansteht. Aber für den Alltag — Texte ändern, Bilder tauschen, Blogbeiträge schreiben — brauchst du mich nicht. Und genau so soll es sein.

Was du dir sparen kannst

  • Laufende Wartungskosten für Aufgaben, die du selbst erledigen kannst (Texte, Bilder, Beiträge)
  • Wartezeit, bis dein Webdesigner ein einzelnes Wort ändert
  • Abhängigkeit von jemand anderem für deine eigenen Inhalte

FAQ

Häufige Fragen

Kann ich etwas kaputt machen, wenn ich selbst Änderungen vornehme? 
Beim Bearbeiten von Texten und Bildern: praktisch nicht. Der Block-Editor lässt dich nur Inhalte bearbeiten, nicht die Technik dahinter. Bei Updates kann theoretisch etwas schiefgehen — deshalb erstellst du vorher immer ein Backup. Dann kannst du im Notfall alles zurücksetzen.

Brauche ich technische Vorkenntnisse? 
Nein. Wenn du mit Microsoft Word oder Google Docs umgehen kannst, kannst du auch WordPress bedienen. Der Block-Editor (Gutenberg) funktioniert nach demselben Prinzip: Klicken, tippen, speichern.

Was mache ich, wenn ich nicht weiterkomme? 
Frag deinen Webdesigner. Die meisten bieten eine Support-Stunde oder Wartungspakete an. Alternativ gibt es für fast jede WordPress-Frage eine Antwort im offiziellen WordPress-Forum oder auf YouTube — einfach auf Deutsch suchen.