Zum Inhalt springen Zum Kontakt springen
Zurück zur Übersicht

WordPress selbst pflegen: der Leitfaden für Einsteiger

WordPress selbst pflegen: der Leitfaden für Einsteiger

Aktualisiert für WordPress 7.0 (Mai 2026). Die Grundlagen der Pflege bleiben gleich. An den Stellen, wo Version 7.0 etwas Neues bringt, ist das im Text markiert.

Deine Webseite ist online. Sie sieht gut aus und funktioniert einwandfrei. Und jetzt? Jedes Mal den Webdesigner anrufen, nur weil du ein Wort ändern willst? Nein.

WordPress ist so gebaut, dass du deine Inhalte selbst pflegen kannst, ganz ohne Programmierkenntnisse. Wenn du ein Word-Dokument schreiben kannst, kannst du auch WordPress bedienen. In diesem Leitfaden zeige ich dir alles, was du dafür wissen musst. Und keine Sorge: Beim Bearbeiten von Texten und Bildern kannst du praktisch nichts kaputt machen, der Editor lässt dich nur Inhalte ändern, nicht die Technik dahinter.

Ins Dashboard einloggen

Deine WordPress-Seite hat ein Backend, das Dashboard. Dorthin gelangst du, indem du an deine Domain /wp-admin anhängst, zum Beispiel www.deine-seite.at/wp-admin. Dort meldest du dich mit Benutzernamen und Passwort an. Falls du die Zugangsdaten nicht hast, frag deinen Webdesigner. Und bitte: Verwende ein sicheres Passwort. „Firma123″ ist keines.

Falls dir das Dashboard frischer und aufgeräumter vorkommt als früher: WordPress 7.0 hat die Oberfläche überarbeitet. Die Logik ist dieselbe geblieben, nur das Erscheinungsbild ist moderner. Ein praktisches Detail aus 7.0: Mit der Tastenkombination ⌘K (Mac) oder Strg+K (Windows/Linux) öffnest du von überall eine Suchleiste und springst direkt zur gewünschten Seite oder Funktion. Das spart das Suchen im Menü.

Kurz zum Hintergrund, den Benutzerrollen: WordPress unterscheidet verschiedene Rollen mit unterschiedlichen Rechten. Die wichtigsten sind:

  • Administrator: Vollzugriff auf alles, also Inhalte, Design, Plugins und Einstellungen. Das bist du als Seiteninhaber.
  • Redakteur (Editor): kann alle Beiträge und Seiten bearbeiten und veröffentlichen, auch die von anderen Nutzern.
  • Autor (Author): kann eigene Beiträge erstellen und veröffentlichen, aber keine fremden Inhalte bearbeiten.

Für die alltägliche Inhaltspflege reichen die Rechte eines Redakteurs völlig aus. Den Administrator-Zugang nutzt du am besten nur für technische Änderungen.

Texte ändern, so einfach ist es

Im Dashboard siehst du links ein Menü. Die zwei wichtigsten Punkte sind Seiten für statische Inhalte wie „Über uns“, „Leistungen“ oder „Kontakt“ und Beiträge für Blog-Artikel und Neuigkeiten.

So änderst du einen Text:

  1. Klick auf „Seiten“ (oder „Beiträge“).
  2. Such die Seite, die du bearbeiten möchtest, und klick auf den Titel.
  3. Du landest im Block-Editor (Gutenberg). Klick einfach auf den Text, den du ändern möchtest.
  4. Nimm deine Änderungen vor.
  5. Klick oben rechts auf „Aktualisieren“. Fertig, die Änderung ist sofort live.

Der Block-Editor (Gutenberg) ist der integrierte Standard-Editor von WordPress. Er funktioniert nach dem Baukasten-Prinzip: Jeder Absatz, jedes Bild und jede Liste ist ein eigener „Block“, den du unabhängig bearbeiten kannst.

Wenn du unsicher bist, klick statt „Aktualisieren“ zuerst auf „Entwurf speichern“ und prüfe die Vorschau, bevor die Änderung online geht. Und falls doch einmal etwas schiefgeht: WordPress 7.0 hat den Versionsverlauf überarbeitet. Du kannst frühere Stände eines Beitrags jetzt visuell durchblättern und mit einem Klick wiederherstellen. Eine versehentlich überschriebene Passage ist so in Sekunden zurückgeholt.

Bilder einfügen und tauschen

Bilder sind wichtig, aber auch der häufigste Grund für langsame Webseiten. Deshalb ein paar Regeln, am besten schon vor dem Hochladen:

  • Größe: maximal 1920 Pixel breit. Dein Kamerafoto mit 6000 x 4000 Pixeln muss nicht in Originalgröße auf die Webseite. Verkleinere es vorher.
  • Format: JPG für Fotos, PNG nur bei Transparenz. Noch besser ist WebP, das bei gleicher Qualität deutlich kleinere Dateien liefert und von allen modernen Browsern unterstützt wird.
  • Dateigröße: unter 200 KB pro Bild ist ideal, über 1 MB ist zu viel. Kostenlose Tools wie TinyPNG komprimieren ohne sichtbaren Qualitätsverlust.
  • Dateiname: „team-foto-buero.jpg“ statt „IMG_20260315_143022.jpg“. Sprechende Dateinamen helfen ein wenig bei der Google-Bildersuche.

Gut zu wissen: Seit Version 7.0 verarbeitet WordPress hochgeladene Bilder direkt im Browser und geht besser mit modernen Formaten um. Das entlastet deinen Server, ersetzt aber kein vernünftig vorbereitetes Bild. Ein 6000 Pixel breites Foto bleibt zu groß, egal wie clever die Verarbeitung ist.

So fügst du ein Bild ein:

  1. Klick im Editor auf das Plus-Symbol (Block einfügen) und wähle „Bild“.
  2. Lade dein vorbereitetes Bild hoch oder wähle eines aus der Mediathek.
  3. Trag einen Alt-Text ein, also eine kurze Beschreibung dessen, was auf dem Bild zu sehen ist. Das ist wichtig für Barrierefreiheit und SEO.

Zum Alt-Text noch ein Hinweis: WordPress 7.0 kann auf Wunsch Alt-Texte automatisch vorschlagen, über das optionale KI-Plugin „AI Experiments“. Den Vorschlag solltest du aber immer kurz prüfen und anpassen, denn nur du weißt, worauf es bei deinem Bild wirklich ankommt.

Ein bestehendes Bild tauschst du, indem du im Editor darauf klickst, in der Werkzeugleiste „Ersetzen“ wählst, das neue Bild hochlädst und auf „Aktualisieren“ klickst.

Eine neue Seite erstellen

Manchmal brauchst du eine neue Unterseite, etwa für ein neues Angebot oder eine neue Leistung.

Für eine neue Seite: Dashboard, dann „Seiten“, dann „Erstellen“. Titel eingeben, Inhalt mit Blöcken aufbauen (Text, Bilder, Listen), rechts den Permalink (URL-Slug) prüfen (kurz und beschreibend, zum Beispiel „neue-leistung“) und auf „Veröffentlichen“ klicken.

Für einen neuen Blogbeitrag: Dashboard, dann „Beiträge“, dann „Erstellen“. Titel eingeben, rechts eine Kategorie zuweisen, Inhalt schreiben, optional ein Beitragsbild setzen (rechte Seite, ganz unten) und veröffentlichen.

Dein Webdesigner hat das Menü vermutlich schon eingerichtet. Wenn die neue Seite dort erscheinen soll, gehst du zu „Design > Menüs“ und fügst sie hinzu. Oder du fragst kurz nach, das ist eine Sache von zwei Minuten.

Updates durchführen, und warum das wichtig ist

WordPress zeigt dir im Dashboard an, wenn Updates verfügbar sind. Das betrifft drei Bereiche: WordPress selbst (die Kernsoftware), die Plugins (Zusatzfunktionen wie Kontaktformular oder SEO-Plugin) und das Theme (dein Design).

Bei der Kernsoftware lohnt eine Unterscheidung: Große Versionssprünge (zum Beispiel von 6.9 auf 7.0) lässt du am besten vom Profi durchführen. Kleine Updates (zum Beispiel von 7.0 auf 7.0.1) sind meist Sicherheits-Patches, die du zeitnah installieren solltest.

Der Sprung auf WordPress 7.0 im Mai 2026 war genau so ein großes Update, mit neuem Dashboard, neuen Funktionen und einigen technischen Änderungen unter der Haube. 7.0 setzt mindestens PHP 7.4 voraus (besser 8.2 oder 8.3). Wenn du unsicher bist, ob dein Hosting passt, lass es vor dem Update kurz prüfen.

So führst du Updates durch:

  1. Geh zu „Dashboard > Aktualisierungen“. Dort siehst du, was aktualisiert werden kann.
  2. Erstelle zuerst ein Backup (siehe nächster Abschnitt).
  3. Klick bei den Plugins auf „Alle aktualisieren“.
  4. Prüfe danach, ob deine Seite noch einwandfrei funktioniert.

Goldene Regel: Führe Updates nicht am Freitagabend durch. Wenn etwas schiefgeht, möchtest du am nächsten Werktag reagieren können. Einmal im Monat nachsehen reicht für die meisten Webseiten. Bei kritischen Sicherheits-Updates schickt dir WordPress eine E-Mail, die solltest du dann zeitnah einspielen.

Backups, dein Sicherheitsnetz

Bevor du Updates durchführst oder größere Änderungen vornimmst, brauchst du ein Backup. Damit stellst du im Notfall alles wieder her.

Am einfachsten geht das mit einem Backup-Plugin wie UpdraftPlus (kostenlos). Einmal einrichten, danach läuft es automatisch:

  1. Plugin installieren und aktivieren.
  2. Unter „Einstellungen > UpdraftPlus Backups“ einen Zeitplan einstellen (zum Beispiel wöchentlich).
  3. Speicherort wählen (Google Drive, Dropbox oder E-Mail). Fertig.

Vor Updates erstellst du zusätzlich ein manuelles Backup: UpdraftPlus öffnen, „Jetzt sichern“ klicken, warten, bis der Vorgang abgeschlossen ist, und erst dann die Updates durchführen. Wenn dein Hosting-Anbieter ohnehin tägliche Backups anlegt (viele tun das), hast du ein weiteres Sicherheitsnetz.

Die 5 häufigsten Fehler

  1. Bilder in Originalgröße hochladen. Ein 5 MB großes Kamerafoto macht deine Seite langsam. Immer vorher verkleinern und komprimieren, Zielgröße unter 200 KB.
  2. Nie Updates durchführen. Veraltete Plugins sind Sicherheitslücken. Einmal im Monat genügt meist.
  3. Zu viele Plugins installieren. Jedes Plugin ist ein potenzielles Sicherheitsrisiko und kostet Tempo. Frag dich bei jedem: Brauche ich das wirklich?
  4. Kein Backup vor Änderungen. Einmal falsch geklickt, und die Seite ist nicht mehr erreichbar. Mit Backup sind es fünf Minuten bis zur Wiederherstellung, ohne Backup wird es ungemütlich.
  5. Passwort „admin/admin“. Das kommt tatsächlich noch vor. Verwende ein sicheres Passwort und aktiviere, wenn möglich, die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Wie ich das sehe

Ich übergebe jede Webseite mit einer kurzen Einschulung, rund 30 Minuten per Video-Call. Danach können meine Kunden ihre Inhalte selbständig pflegen. Mein Ziel ist immer, dass du unabhängig bist.

Natürlich bin ich da, wenn es technische Fragen gibt oder ein größeres Update ansteht. Aber für den Alltag, also Texte ändern, Bilder tauschen und Blogbeiträge schreiben, brauchst du mich nicht. Und genau so soll es sein. Wenn du doch einmal nicht weiterkommst, melde dich kurz. Für fast jede WordPress-Frage gibt es außerdem eine Antwort im offiziellen WordPress-Forum oder auf YouTube, am einfachsten auf Deutsch suchen.

Was du dir sparst

  • die Abhängigkeit von Dritten für deine eigenen Inhalte
  • laufende Wartungskosten für Aufgaben, die du selbst erledigen kannst (Texte, Bilder, Beiträge)
  • die Wartezeit, bis jemand anderes ein einzelnes Wort für dich ändert
Zurück zur Übersicht