„Was kostet eine Webseite?“ Die Frage stellt jeder, und kaum jemand beantwortet sie direkt. Agenturen sagen „kommt darauf an“, Freelancer verstecken ihre Preise hinter Kontaktformularen. Hier ist die ehrliche Antwort mit konkreten Zahlen für den österreichischen Markt im Jahr 2026.
Die drei Wege zur eigenen Webseite
Grundsätzlich gibt es drei Optionen: einen Baukasten (Wix, Squarespace), einen Freelancer oder eine Agentur. Jede hat ihre Berechtigung. Entscheidend ist, was Sie mit Ihrer Webseite erreichen möchten.
Baukasten: 0 bis 300 Euro pro Jahr
Wix, Squarespace, Jimdo. Sie bauen selbst, zahlen monatlich, und die Plattform kümmert sich um den technischen Unterbau. Das funktioniert für Hobbyprojekte und überall dort, wo professionelles Design zweitrangig ist.
Geeignet, wenn Sie etwas Schnelles brauchen, wenig Budget haben und Ihre Seite nicht aktiv Kundenanfragen generieren muss. Weniger geeignet, wenn Sie professionell auftreten, bei Google gefunden werden oder über Ihre Seite Anfragen und Aufträge gewinnen wollen.
Wichtig zu wissen: Baukasten-Plattformen wie Wix und Squarespace sind proprietäre Systeme. Ihre Inhalte liegen auf deren Servern, und ein Umzug zu einer anderen Plattform ist entweder extrem aufwändig oder schlicht nicht möglich. Sie mieten Ihre Webseite, Sie besitzen sie nicht.
Freelancer: 1.200 bis 7.000 Euro (netto)
Ein erfahrener Freelancer erstellt Ihnen eine maßgeschneiderte Webseite. Design, Entwicklung, SEO-Grundlagen und Textkonzept kommen aus einer Hand. Kein Template von der Stange, sondern eine individuelle Lösung, die zu Ihrem Unternehmen passt.
Typische Preise auf dem österreichischen Markt 2026, alle Angaben netto:
| Projekt | Preis (netto) |
|---|---|
| Landingpage (1 Seite) | 1.200 bis 2.500 Euro |
| Business-Webseite (5 bis 10 Seiten) | 2.500 bis 5.000 Euro |
| Online-Shop (WooCommerce) | 3.500 bis 7.000 Euro |
Die Stundensätze österreichischer Web-Freelancer bewegen sich in der Regel zwischen 60 und 100 Euro netto. Der Vorteil gegenüber einer Agentur: Sie zahlen für die tatsächliche Arbeit, nicht für einen Projektmanager, der zwischen Ihnen und dem Entwickler vermittelt. Bis die Seite online ist, dauert es je nach Umfang meist zwei bis sechs Wochen.
Geeignet, wenn Sie eine individuelle Webseite wollen, die zu Ihrem Geschäft passt, ohne Agentur-Overhead.
Agentur: 5.000 bis 30.000 Euro und mehr (netto)
Projektmanager, Designer, Entwickler, Texter, das volle Programm. Mehrere Personen arbeiten an Ihrem Projekt, was bei großen, komplexen Vorhaben durchaus sinnvoll sein kann.
Typische Preise: eine Business-Webseite zwischen 5.000 und 15.000 Euro netto, ein Online-Shop zwischen 10.000 und 30.000 Euro netto und mehr. Die Stundensätze liegen meist zwischen 100 und 180 Euro netto, Agenturpreise sind also in der Regel zwei- bis dreimal so hoch wie bei Freelancern. Nicht zwingend, weil die Qualität proportional besser wäre, sondern weil Koordinationsaufwand und Unternehmensstruktur mitfinanziert werden. Entsprechend länger dauert es oft auch, bei Agenturen sind zwei bis vier Monate keine Seltenheit, weil mehr Personen abgestimmt werden müssen.
Geeignet, wenn Sie ausreichend Budget haben und ein größeres Team für ein komplexes Projekt brauchen, etwa einen mehrsprachigen Onlineshop mit Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen.
Warum die Preise so unterschiedlich sind
Der Preis hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab.
Umfang. Eine Landingpage mit einer einzigen Seite ist etwas grundlegend anderes als ein fünfzehnseitiges Business-Portal mit Blog, Buchungssystem und angeschlossenem Shop. Je mehr Funktionalität, desto höher der Aufwand.
Individualisierung. Template-basiert ist günstiger, ein vollständig individuelles Design teurer. Letzteres lässt sich gezielter auf Tempo und Struktur optimieren (was wiederum der Sichtbarkeit bei Google zugutekommt) und hebt Sie deutlicher vom Wettbewerb ab. Der Aufwand für ein Custom-Design ist allerdings spürbar höher.
Inhalte. Schreiben Sie die Texte selbst oder brauchen Sie Unterstützung? Haben Sie eigene Fotos oder müssen welche beschafft werden? Professionelle Texte und Bilder sind ein wesentlicher Qualitätsfaktor und ein Kostenpunkt, der oft unterschätzt wird.
Förderung: KMU.DIGITAL nutzen
Für kleine und mittlere Unternehmen in Österreich gibt es eine interessante Fördermöglichkeit: KMU.DIGITAL, ein Programm des Wirtschaftsministeriums in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer (WKO) und kofinanziert von der EU. Gefördert wird die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten, also auch professionelle Webseiten und Onlineshops, mit 30 Prozent der förderbaren Projektkosten (exkl. USt.), maximal 6.000 Euro.
Wichtig für die richtige Erwartung: Bei einer Business-Webseite um 4.000 Euro netto sind das rund 1.200 Euro Zuschuss. Die vollen 6.000 Euro erreichen Sie erst bei einem Projektvolumen von etwa 20.000 Euro. Dazu kommt eine zentrale Bedingung, die oft übersehen wird: Die Umsetzungsförderung setzt zwingend eine vorgelagerte, ebenfalls geförderte Beratung voraus. Der Antrag läuft über die Plattform kmudigital.at beziehungsweise die aws (Austria Wirtschaftsservice) und muss vor Projektbeginn gestellt werden. Die Mittel sind begrenzt.
Stand Mai 2026. Ich bin kein Förderberater, und die Bedingungen können sich je nach Ausschreibungsrunde ändern. Prüfen Sie die Details daher an der offiziellen Quelle (kmudigital.at). Wie die Förderung konkret für Ihre Webseite funktioniert, habe ich hier zusammengefasst.
Laufende Kosten nicht vergessen
Mit dem einmaligen Projektpreis ist es nicht ganz getan. Hosting bewegt sich je nach Anbieter etwa zwischen 60 und 200 Euro pro Jahr. Updates und Backups können Sie nach einer kurzen Einschulung selbst übernehmen oder als Wartungspaket dazubuchen, je nach Umfang grob zwischen 50 und 150 Euro pro Monat.
Meine Erfahrung
Ich erstelle Webseiten als Ein-Personen-Betrieb und arbeite mit Fixpreisen. Keine versteckten Kosten, kein Stundensatz-Roulette. Ihre Webseite gehört Ihnen, ohne monatliche Miete und ohne Lock-in bei einem Anbieter. Es gibt drei klare Pakete, und wenn Sie nicht sicher sind, welches zu Ihrem Vorhaben passt, hilft Ihnen das Quiz auf meiner Seite weiter. Sie können mir natürlich auch direkt schreiben.
Was Sie sich sparen
- monatliche Baukasten-Gebühren, die sich über die Jahre zu erstaunlichen Summen addieren
- Agentur-Overhead, den Sie als Kleinunternehmen in den meisten Fällen nicht brauchen
- Template-Kompromisse, die Ihre Seite aussehen lassen wie jede zweite im Netz