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13. November 2025 News, Web Design Lesezeit: ~6 Min

Freelancer od. Agentur: warum ich alleine arbeite (und was du davon hast)

Freelancer Cover

Die Frage kommt bei fast jedem Erstgespräch: „Warum sollte ich zu einem Freelancer gehen und nicht zu einer Agentur?“ Faire Frage. Und eine, die ich ehrlich beantworten kann — mit den Vorteilen, aber auch mit den Grenzen.

Niedrigere Kosten bei gleicher Qualität

Fangen wir mit dem an, was die meisten zuerst interessiert: dem Preis.

In Österreich liegen die Stundensätze erfahrener Freelance-Webdesigner bei 70 bis 100 Euro netto. Agenturen berechnen 100 bis 180 Euro — teilweise mehr. Der Unterschied kommt nicht daher, dass Agenturen bessere Arbeit liefern, sondern daher, dass sie Büros, Verwaltung, Projektmanager und ein Team finanzieren müssen.

Konkret heißt das: Für eine individuelle Business-Webseite mit 5 bis 10 Seiten zahlst du bei einem Freelancer typischerweise 1.500 bis 3.000 Euro netto. Bei einer Agentur bewegen sich vergleichbare Projekte oft bei 5.000 Euro aufwärts. Das sind 30 bis 50 % weniger Kosten — ohne Qualitätsverlust.

Natürlich hat das Grenzen. Einen Auftrag für Coca-Cola oder Red Bull könnte ich alleine nicht stemmen — und würde es auch nicht versuchen. Für solche Projekte sind große Agenturen die richtige Wahl. Mein Fokus liegt auf kleinen und mittleren Unternehmen, auf Selbstständigen, auf Kreativen, die ihre Arbeit der Welt zeigen wollen, aber nicht in finanziellen Mitteln schwimmen.

Direkte Kommunikation

Das ist für mich der größte Vorteil überhaupt. Bei mir gibt es keinen Account Manager, keinen Projektkoordinator, keine Zwischenschicht. Du sprichst direkt mit der Person, die an deiner Webseite arbeitet. Das heißt: schnellere Antworten, weniger Missverständnisse und keine Stille-Post-Effekte.

Bei Agenturen wird es oft so: Du erklärst dem Projektmanager, was du willst. Der schreibt es in ein Ticket. Der Designer interpretiert das Ticket. Und was am Ende rauskommt, hat manchmal nur noch entfernt mit dem zu tun, was du gemeint hast. Das passiert bei mir nicht, weil es keine Übersetzungskette gibt.

Studien zeigen übrigens, dass die Kundenzufriedenheit bei Agenturen sinkt, je größer die Agentur wird. Nicht weil die Leute dort schlecht arbeiten, sondern weil die Kommunikationswege länger werden und die persönliche Beziehung verloren geht.

Flexibilität, die im Alltag zählt

Ich kann kurzfristig auf Änderungswünsche reagieren, ohne interne Freigabeschleifen. Es gab Projekte, da habe ich abends um elf noch etwas umgesetzt, weil es dringend war und ich die Zeit hatte. Nicht als Regel — aber als Möglichkeit.

Ich stehe auch außerhalb der üblichen Bürozeiten für Gespräche zur Verfügung, wenn das besser in deinen Alltag passt. Diese Flexibilität entsteht, weil ich meine Arbeitszeit selbst bestimme und keine aufwändigen Abstimmungen durchführen muss.

Für kleine und mittlere Unternehmen, die spontan und agil reagieren müssen, ist das ein echter Vorteil. Kein Warten auf das nächste Jour fixe, keine dreiwöchige Änderungsschleife für einen neuen Button.

Persönliches Engagement

Jedes Projekt ist meine direkte Visitenkarte. Mein Ruf und meine zukünftigen Aufträge hängen unmittelbar davon ab, wie zufrieden du bist. Das klingt nach Druck — und das ist es auch. Aber es ist der richtige Druck. Der Druck, sorgfältig zu arbeiten und mich wirklich für den Erfolg meiner Kunden einzusetzen.

Dazu kommt: Ich mag die Arbeit. Ich verbeiße mich gerne in die Visionen meiner Kunden, fühle mit ihrer Leidenschaft mit und will, dass das Ergebnis nicht nur funktioniert, sondern auch stolz macht. Das ist keine Marketing-Floskel — das ist der Grund, warum ich selbstständig bin.

Erhebungen zeigen, dass 87 % der Freelancer mit ihrer Karriere zufrieden sind und 90 % langfristig selbstständig bleiben wollen. Das ist kein Zufall. Wer seine Arbeit liebt und von Empfehlungen lebt, liefert anders ab als jemand, der ein Ticket aus dem Backlog abarbeitet.

Langfristige Partnerschaft statt wechselnde Ansprechpartner

Viele meiner Kunden schätzen, dass sie auch nach dem Projektabschluss einen festen Ansprechpartner haben, der ihre Seite und ihr Unternehmen kennt. Bei Agenturen wechseln häufig die Mitarbeiter — und du musst deine Anforderungen immer wieder neu erklären. Jeder Entwickler und Designer hat seinen Stil, seine Designsprache. Wenn die Person wechselt, kann sich das direkt auf die Identität deines Auftritts auswirken.

Bei mir bleibt das konstant. Ich kenne dein Projekt, deine Marke und deine Vorgeschichte. Du musst nicht bei null anfangen, wenn du nach einem Jahr eine Änderung brauchst.

Was ich nicht verschweigen will

Nicht alles am Freelancer-Modell ist rosig. Ich kann mich nicht zweiteilen. Wenn mehrere Anfragen gleichzeitig kommen, muss ich priorisieren. Ich habe kein Team, das einspringt, wenn ich krank bin. Und bei wirklich großen, komplexen Projekten mit mehreren Disziplinen gleichzeitig — UX-Research, Branding, Entwicklung, Texterstellung — stößt ein Ein-Personen-Betrieb an Grenzen.

Aber für die allermeisten Projekte, mit denen kleine und mittlere Unternehmen zu mir kommen, ist genau das Gegenteil der Fall: Sie bekommen mehr Aufmerksamkeit, schnellere Ergebnisse und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als bei einer Agentur.

Wie ich das sehe

Am Ende des Tages war mir immer wichtig, auf meine Arbeit stolz sein zu können. Und dass ich davon auch noch leben darf — was will man mehr?

Die Entscheidung zwischen Freelancer und Agentur ist keine Glaubensfrage. Sie hängt von deinem Projekt, deinem Budget und davon ab, was du brauchst. Für die meisten Unternehmen, die eine Webseite wollen, die funktioniert und Anfragen bringt, ist ein erfahrener Freelancer die klügste Wahl. Nicht die einzige — aber die klügste.


FAQ

Häufige Fragen

Was passiert, wenn du krank wirst oder im Urlaub bist?
Ich kommuniziere Abwesenheiten rechtzeitig und plane Projekte so, dass keine kritischen Deadlines in diese Zeiten fallen. Für dringende Notfälle (Seite down, Sicherheitsproblem) bin ich aber immer zur Stelle.

Ab welcher Projektgröße macht eine Agentur mehr Sinn?
Wenn dein Projekt mehrere Disziplinen gleichzeitig braucht — zum Beispiel ein komplettes Corporate Rebranding mit Video, Print und Web parallel — dann kann eine Agentur sinnvoll sein. Für eine professionelle Webseite mit SEO und Shop ist ein erfahrener Freelancer in der Regel die bessere Wahl.

Bietest du auch laufende Betreuung nach dem Projekt an?
Ja. Viele meiner Kunden haben ein Wartungspaket, das Updates, Backups und kleinere Anpassungen abdeckt. Das ist günstiger als jede Einzelabrechnung und sorgt dafür, dass deine Seite dauerhaft sicher und aktuell bleibt.