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Warum WordPress: Geschichte, Marktmacht und Zukunft (Aktualisiert: 2026)

Warum WordPress: Geschichte, Marktmacht und Zukunft (Aktualisiert: 2026)

WordPress ist nicht einfach ein Content-Management-System. Es ist die Software, auf der ein großer Teil des Internets läuft: rund 42,5 Prozent aller Webseiten weltweit basieren auf WordPress (Stand April 2026, W3Techs), vom Weißen Haus über Medien wie TechCrunch bis zum Friseursalon um die Ecke. Kein anderes System kommt auch nur in die Nähe.

Wie es dazu kam, was sich gerade verändert und warum WordPress trotz allem die beste Basis für dein Unternehmen ist, darum geht es in diesem Artikel.

Wie alles begann

2003 haben Matt Mullenweg und Mike Little eine verwaiste Blogging-Software namens b2/cafelog genommen und daraus etwas Neues gebaut. Die Idee war simpel: Jeder soll Inhalte online veröffentlichen können, ohne Programmierkenntnisse. Daraus wurde WordPress.

Die ersten Jahre ging es schnell. 2004 kamen Plugins, also kleine Erweiterungen, die WordPress um beliebige Funktionen ergänzen. 2005 folgten Themes, mit denen sich das Design komplett verändern ließ. Damit war das Grundprinzip geboren, das WordPress bis heute ausmacht: ein schlanker Kern, der durch Plugins und Themes zu fast allem werden kann.

Vom Blog zur Plattform für alles

WordPress hat sich danach systematisch weiterentwickelt. 2010 kamen mit den Custom Post Types die Grundlage dafür, dass WordPress vom Blogging-Tool zum echten CMS wurde, das beliebige Inhaltstypen verwaltet. 2015 folgte die REST-API, die Schnittstelle, über die WordPress mit externen Systemen und Apps kommuniziert. 2018 kam der Gutenberg-Block-Editor, der das Schreiben und Gestalten grundlegend veränderte und anfangs ziemlich polarisierte.

2024 brachten die Versionen 6.5 bis 6.7 unter anderem die Font Library, die Interactivity API, das Standard-Theme Twenty Twenty-Five und den Zoom-Out-Modus im Site Editor. 2025 lag der Fokus mit Version 6.8 auf Performance, etwa durch Speculative Loading, sowie auf den Grundlagen für die kollaborative Bearbeitung. Und im Mai 2026 erschien WordPress 7.0, das erste native KI-Funktionen in den Kern brachte (dazu weiter unten mehr).

Heute ist WordPress weit mehr als ein Blog-Tool. Es ist ein modulares System für Webseiten jeder Art, vom einfachen Unternehmensauftritt bis zum internationalen Onlineshop mit Tausenden Produkten.

Die Zahlen: warum WordPress dominiert

Die aktuellen Marktanteile (Stand 2026, Quelle W3Techs):

SystemAnteil aller WebseitenAnteil im CMS-Markt
WordPress~42,5 %~60 %
Shopify~5 %~7 %
Wix~4 %~6 %
Squarespace~2,5 %~3 %
Joomla~1,7 %~2,5 %
Drupal~1,5 %~2 %

WordPress hat im CMS-Bereich also fast zehnmal so viel Marktanteil wie der nächste Konkurrent. Das Plugin-Verzeichnis auf WordPress.org umfasst über 59.000 Erweiterungen, und die Community dahinter ist riesig: Entwickler, Designer, Übersetzer und Autoren arbeiten am selben Open-Source-Projekt.

Der Erfolg erklärt sich durch drei Dinge: Benutzerfreundlichkeit, Erweiterbarkeit und die Tatsache, dass WordPress Open Source ist. Keine Lizenzgebühren, kein Lock-in, volle Kontrolle über Code und Daten.

WooCommerce: der Shop, der E-Commerce demokratisiert hat

WooCommerce wurde 2011 als flexible Shop-Erweiterung für WordPress entwickelt und ist heute eine der meistgenutzten E-Commerce-Lösungen weltweit, je nach Zählweise rund ein Drittel des Marktes.

Was WooCommerce besonders macht, ist die volle Kontrolle. Produkte, Varianten, Zahlungsanbieter, Versandlogik, Gutscheine, Rechnungen, alles lässt sich individuell anpassen. Und weil WooCommerce auf WordPress läuft, kannst du Blog, Firmenwebseite und Shop in einem System vereinen, ohne Drittanbieter-Schnittstellen und ohne doppelte Pflege.

Für kleine und mittlere Betriebe ist WooCommerce oft die klügste Wahl: flexibler als Shopify, günstiger als Magento, und du bist Eigentümer deines Shops, nicht Mieter auf einer fremden Plattform.

Ein Wort zu Pagebuildern wie Elementor

2016 hat Elementor das Webdesign mit WordPress verändert. Der visuelle Drag-and-Drop-Editor machte es möglich, Layouts in Echtzeit zu gestalten, auch ohne Code. Heute ist Elementor mit über 10 Millionen aktiven Installationen eines der meistgenutzten WordPress-Plugins, besonders bei Agenturen und Freelancern.

Ich sage das, weil es zur WordPress-Geschichte gehört. Aber ich sage auch ehrlich: Ich arbeite nicht mit Pagebuildern. Elementor, Divi und Co. laden viel Code, machen Seiten tendenziell langsamer und erzeugen eine Abhängigkeit von einem Plugin. Deaktivierst du Elementor, bleibt ein Haufen kaputter Shortcodes übrig. Das ist kein solides Fundament für eine Webseite, die fünf Jahre halten soll.

Der native Block-Editor (Gutenberg) hat in den letzten Jahren enorm aufgeholt. Er speichert Inhalte als sauberes HTML, ist direkt in WordPress integriert und erzeugt keinen Overhead. Für meine Projekte reicht er zusammen mit sauberem Theme-Code vollkommen aus, und die Performance spricht für sich. Wer tiefer einsteigen will: Dazu habe ich einen eigenen Artikel geschrieben, warum Pagebuilder mehr Probleme schaffen als sie lösen.

Die Kontroverse: Mullenweg gegen WP Engine

Man kann über WordPress in den letzten beiden Jahren nicht schreiben, ohne dieses Thema anzusprechen.

Im September 2024 hat Matt Mullenweg, Mitgründer von WordPress und CEO von Automattic, WP Engine öffentlich als „cancer to WordPress“ bezeichnet. Sein Vorwurf: WP Engine verdiene Millionen mit dem WordPress-Ökosystem, ohne angemessen zurückzugeben. Er forderte Gebühren für die Nutzung der Marken „WordPress“ und „WP“.

Was danach geschah, hat die Community erschüttert. WordPress.org blockierte WP Engine, sodass Millionen gehosteter Seiten zeitweise keine Plugin- und Theme-Updates mehr beziehen konnten. WP Engine klagte gegen Automattic wegen Machtmissbrauch und wettbewerbswidrigem Verhalten. Rund 159 Automattic-Mitarbeiter (8,4 Prozent) verließen das Unternehmen nach einem Abfindungsangebot. Und im Dezember 2024 ordnete ein Bundesgericht per einstweiliger Verfügung an, WP Engine den Zugang zu WordPress.org-Ressourcen wiederherzustellen.

Stand 2026 läuft das Verfahren weiter. Ein Teil der Klagepunkte wurde abgewiesen, der Großteil ist aber offen, und beide Seiten haben weitere Vorwürfe und Gegenklagen eingebracht. Das Ganze hat eine wichtige Frage aufgeworfen: Wer kontrolliert eigentlich WordPress.org, die Community oder ein gewinnorientiertes Unternehmen?

Meine Einschätzung: Die Kontroverse hat Vertrauen gekostet, keine Frage. Aber sie hat WordPress als Software nicht schwächer gemacht. Der Code ist Open Source, niemand kann ihn dir wegnehmen. Selbst wenn Automattic morgen verschwinden würde, könnte die Community WordPress weiterentwickeln, und über eine unabhängigere Governance wird bereits nachgedacht. Für dich als Nutzer ändert sich im Alltag nichts. Dein WordPress, dein Hosting, dein Code, das gehört dir.

Wohin sich WordPress entwickelt

Drei Trends prägen die Zukunft.

KI-Integration. Lange hatte WordPress selbst keine nativen KI-Funktionen, das Ökosystem dafür umso mehr (Jetpack AI, KI-Funktionen in Yoast und Rank Math, Plugins für Text und Bild). Mit Version 7.0 hat sich das geändert: WordPress hat im Mai 2026 erste KI-Fähigkeiten direkt in den Kern geholt, samt einer Anbindung an externe Dienste und einem optionalen Experimente-Plugin für Funktionen wie Alt-Text-Vorschläge. Der Einstieg ist bewusst zurückhaltend, die Richtung aber klar.

Performance als Priorität. Speculative Loading in 6.8, besseres Lazy Loading, ein schlankerer Kern: Das Entwicklerteam arbeitet aktiv daran, WordPress schneller zu machen. Für dich heißt das bessere Core Web Vitals und damit bessere Rankings.

Kollaboratives Bearbeiten. Phase 3 der Gutenberg-Entwicklung soll das gemeinsame Arbeiten an Inhalten bringen, ähnlich wie bei Google Docs. In 7.0 sind dafür erste, asynchrone Bausteine erschienen (etwa Notizen auf Block-Ebene). Die echte Echtzeit-Zusammenarbeit wurde aber noch einmal verschoben, bleibt also Zukunftsmusik.

Dazu kommen Headless-Architekturen, bei denen WordPress als reines Backend mit einem separaten Frontend dient, und der weitere Ausbau des Site Editors.

Warum ich auf WordPress setze, und du es auch tun solltest

Ich arbeite seit Jahren ausschließlich mit WordPress, aus guten Gründen.

Zukunftssicher. Über 40 Prozent des Internets wechseln nicht einfach die Plattform. WordPress wird weiterentwickelt, solange es das Internet gibt.

Flexibel ohne Grenzen. Über 59.000 Plugins, praktisch unbegrenzte Designmöglichkeiten, und wo es kein Plugin gibt, lässt sich jede Funktion als Custom Code bauen.

Stark für SEO. Saubere Überschriftenstruktur, Schema-Markup, schnelle Ladezeiten, volle Kontrolle über jeden Meta-Tag. Da kann kein Baukasten mithalten.

Keine Lizenzgebühren. WordPress ist Open Source. Du zahlst für Hosting und, wenn du willst, für Premium-Plugins. Die Software selbst gehört der ganzen Welt.

Dein Eigentum. Keine Miete, kein Lock-in. Deine Seite läuft auf deinem Hosting, unter deinem Namen. Du kannst jederzeit den Hoster wechseln, einen anderen Entwickler beauftragen oder alles selbst machen.

Ob Unternehmensseite, Onlineshop oder Landingpage: WordPress ist die solide Basis, die mitwächst. Nicht weil es perfekt ist, sondern weil es das offenste, flexibelste und am besten unterstützte System ist, das es gibt.

Zur Kostenfrage, weil sie immer kommt: Die Software ist kostenlos. Du brauchst Hosting (rund 60 bis 200 Euro pro Jahr), eine Domain (10 bis 15 Euro pro Jahr) und eventuell Premium-Plugins. Eine professionell entwickelte WordPress-Seite vom Freelancer beginnt bei rund 1.490 Euro netto (Stand 2026). Mehr dazu in meinem Artikel über Webseiten-Kosten in Österreich.

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